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Zwischen Liebe und Verzweiflung – wie echte Gefühle meine Kunst beeinflussen

  • Autorenbild: Angela Ostermann
    Angela Ostermann
  • 11. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt diesen romantischen Gedanken, dass Kunst aus Inspiration entsteht. Aus perfekten Momenten. Aus Menschen, die nachts bei Kerzenschein tiefgründige Gedanken aufschreiben und dabei vermutlich noch ästhetisch aussehen.

Mein Alltag lacht darüber vermutlich gerade irgendwo hysterisch mit einem kalten Kaffee in der Hand.

Denn die Wahrheit ist: Meine Kunst entsteht selten aus Ruhe. Sie entsteht meistens mitten im Leben. Zwischen Kinderstreit, Haushalt, Sorgen, Selbstzweifeln, Liebe, Chaos und diesem ständigen Versuch, alles irgendwie zusammenzuhalten.

Und genau deswegen fühlt sie sich wahrscheinlich so echt an.

Viele meiner Texte, Songs oder Figuren entstehen nicht, weil ich mich hinsetze und denke: „Heute erschaffe ich etwas Großartiges.“

Sie entstehen aus Gefühlen, die irgendwohin müssen.

Manchmal ist es Liebe. Diese warme, stille Art von Liebe. Nicht die kitschige Filmversion, sondern die echte. Die müde Liebe. Die Liebe, die bleibt, obwohl man erschöpft ist. Die Liebe, die morgens Brotdosen schmiert und nachts trotzdem noch fragt, ob alle okay sind.

Und manchmal ist es Verzweiflung.

Nicht immer die laute Verzweiflung. Oft eher diese leise Art. Dieses Gefühl, gleichzeitig zu viel zu fühlen und trotzdem funktionieren zu müssen. Dieses innere Ziehen zwischen „Ich kann nicht mehr“ und „Ich mache trotzdem weiter“.

Genau dort entstehen oft meine stärksten Ideen.

Ich glaube mittlerweile sogar, dass Kunst nicht trotz Emotionen entsteht – sondern wegen ihnen.

Denn echte Gefühle hinterlassen Spuren, in Worten, in Musik, in Bildern, in Charakteren.

Vielleicht wirken Figuren deshalb manchmal so lebendig. Weil immer ein kleines Stück Wahrheit in ihnen steckt. Nicht eins zu eins aus meinem Leben. Aber aus echten Emotionen. Aus echten Gedanken. Aus echten Ängsten oder Hoffnungen.

Selbst meine düsteren Welten tragen irgendwo Licht in sich. Und selbst die ruhigen, warmen Momente haben oft einen kleinen Schatten danebenstehen.

Weil das Leben genauso ist.

Zwischen Liebe und Verzweiflung eben.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich niemals perfekt schreiben möchte. Nicht glatt. Nicht künstlich schön. Nicht wie aus einer Vorlage.

Ich möchte, dass Menschen beim Lesen, Hören oder Anschauen manchmal kurz innehalten und denken:

„Ja. Genau so fühlt sich das an.“

Denn am Ende ist Kunst für mich keine Flucht aus dem echten Leben. Sie ist die Art, wie ich es verarbeite.

 
 
 

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