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Triggerwarnungen und was zwischen den Worten liegt

  • Autorenbild: Angela Ostermann
    Angela Ostermann
  • 28. März
  • 3 Min. Lesezeit





Es gibt ein Thema, das mir schon länger im Kopf umgeht. Nicht laut, nicht aufdringlich, eher wie ein Gedanke, der immer wieder leise auftaucht: Triggerwarnungen.

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass es in meiner letzten Podcast-Folge keine gab. Und ja, das war mir bewusst. Schon bevor ich überhaupt angefangen habe zu sprechen, wusste ich, dass genau das Fragen aufwerfen kann/wird.


Und trotzdem habe ich mich dafür entschieden. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil es etwas mit mir zu tun hat. Mit dem, was ich erlebt habe. Denn die Dinge, über die ich spreche, hatten keine Vorwarnung. Sie sind einfach passiert. Ohne diesen einen Moment davor, der sagt: „Pass auf, jetzt wird es schwer.“ Es gab kein Innehalten, kein Durchatmen, kein Entscheiden. Nur Realität.


Das klingt hart, und vielleicht ist es das auch. Aber es ist ehrlich. Und genau aus dieser Ehrlichkeit heraus spreche ich. Nicht, um zu schockieren oder etwas aufzureißen, sondern um einen Einblick zu geben in das, was bleibt, wenn man nicht laut darüber erzählt.


Denn ich erzähle keine Details. Ich zeichne keine Bilder, die sich festsetzen. Was ich teile, ist leiser. Es sind Gedanken, Gefühle, Nachklang. Dieses Dazwischen, das oft viel mehr sagt als jede ausgeschriebene Szene. Ein „Das ist da“, ohne dass es dich überrollt.


Triggerwarnungen haben ihren Platz, und das völlig zu Recht. Sie geben Kontrolle, schaffen einen Moment des Innehaltens und lassen Menschen selbst entscheiden, wie weit sie gehen möchten. Gerade in meinen Büchern halte ich sie für unverzichtbar, weil ich dort tiefer gehe, weil Dinge Raum bekommen, die schwer sein können. Dort wird es sie immer geben.


Der Podcast ist anders. Er ist kein Ort für Details, sondern ein Raum für Gedanken. Nichts springt dich an, nichts drängt sich auf. Es ist eher ein Begleiten als ein Konfrontieren. Und genau darin liegt für mich der entscheidende Unterschied.


Trotzdem gab es diesen Moment beim Aufnehmen, in dem ich kurz innegehalten habe. Mikro vor mir, Stille um mich herum und dieser eine Gedanke: Wie ehrlich darf ich sein, ohne jemanden zu verletzen? Vielleicht ist genau das die eigentliche Frage. Nicht, ob man eine Triggerwarnung setzt oder nicht, sondern wie man mit dem umgeht, was man teilt.


Ich habe mich dafür entschieden, achtsam zu sprechen. Nicht alles zu sagen, was gesagt werden könnte, sondern nur das, was getragen werden kann. Vielleicht ist das meine Art, Verantwortung zu übernehmen. Nicht laut, sondern leise.


Ob das für jeden funktioniert, kann ich nicht sagen. Menschen fühlen unterschiedlich, reagieren verschieden, und genau das macht dieses Thema so sensibel. Was für den einen ruhig ist, kann für den anderen zu viel sein. Und trotzdem glaube ich, dass Ehrlichkeit einen Raum schaffen kann, der nicht drückt, sondern hält.


In meinen Büchern gehe ich einen anderen Weg. Dort gibt es Klarheit, Hinweise, Schutz. Weil die Tiefe eine andere ist. Aber hier, in diesem Format, ist es stiller. Und vielleicht auch näher an dem, was ich eigentlich sagen möchte. Nicht das, was vorgefallen ist, sondern das, was geblieben ist.


Ich spreche nicht gegen Triggerwarnungen. Ich spreche für Bewusstsein. Für das Gefühl, hinzusehen, wie wir erzählen und was wir damit auslösen. Und vielleicht auch für ein Stück Vertrauen.


Ich teile meine Gedanken so, wie ich sie halten kann. Und ich hoffe, dass sie sich auch für euch haltbar anfühlen.


Und jetzt interessiert mich eure Sicht: Wie geht ihr mit Triggerwarnungen um? Braucht ihr diesen einen Satz vorher, oder ist es manchmal genau die Art des Erzählens, die den Unterschied macht? Vielleicht liegt die Antwort irgendwo dazwischen.

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