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Nicht geheilt. Aber leichter – was meine Figuren wirklich bedeuten

  • Autorenbild: Angela Ostermann
    Angela Ostermann
  • 8. März
  • 2 Min. Lesezeit




Beim Schreiben von Tenebris habe ich irgendwann gemerkt, dass viele Figuren mehr sind als nur Fantasie. Manche tragen Bedeutungen in sich. Nicht als Abbild echter Menschen, sondern als Symbol für Dinge, die ich erlebt oder gefühlt habe. Die Glasfrau zum Beispiel steht für zerbrochene Nähe – für Liebe, die sich manchmal wie Glas anfühlt. Schön von außen, aber schneidend, wenn man ihr zu nahe kommt. Beim Schreiben ist mir klar geworden, dass Geschichten manchmal Dinge sichtbar machen, die lange keinen Namen hatten. Und ganz ehrlich: Schreiben ist auch der Moment, in dem der Kopf endlich ein wenig leiser wird. Zwischen Kinderchaos, Kaffee Nummer vier und dem Versuch, herauszufinden, warum der Laptop genau jetzt ein Update machen will.


Hat mich das Schreiben geheilt? Nein. Aber es hat etwas leichter gemacht. Als hätte jemand ein Fenster geöffnet in einem Raum, der viel zu lange geschlossen war.


Manche Figuren entstehen aus einem Teil von uns. Andere nicht.


Vanon zum Beispiel. Vanon ist kein Teil von mir und kein Schatten meiner Seele. Er ist das, was er tut. Er steht für die Dunkelheit, die entsteht, wenn Macht über Schutz gestellt wird. Wenn jemand die Verletzlichkeit eines Kindes sieht und sie ausnutzt. Manche Figuren schreiben wir aus unserem Inneren. Andere entstehen aus dem, was wir überlebt haben.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum Geschichten manchmal so w

ichtig sind. Weil sie Dinge sichtbar machen können, die lange keinen Namen hatten. Und vielleicht findet irgendwo zwischen diesen Seiten jemand einen Moment, in dem er merkt, dass er mit solchen Gefühlen nicht allein ist. Und falls doch gerade niemand liest, habe ich wenigstens meine Gedanken sortiert, während im Hintergrund garantiert irgendwo jemand „Mamaaa!“ ruft.

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