Ich bin kein Plan, ich bin ein Überraschungsei.
- Angela Ostermann

- 13. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Ich sag’s, wie es ist: Mein Leben fühlt sich aktuell an wie ein Überraschungsei.
Nur ohne Anleitung. Und manchmal ohne Schokolade. Aber mit sehr viel „Was zur Hölle passiert hier gerade?“
Vor ein paar Monaten habe ich angefangen zu schreiben. Einfach so. Heute?
Mein erstes Buch ist draußen, Band 2 steht in den Startlöchern. Ich lese auf YouTube ein, ich mache einen Podcast. Ich mache jetzt auch noch Musik (ja, ich weiß auch nicht …).
UND DANN denkt sich das Universum offenbar: „Weißt du was? Wir geben ihr jetzt einfach ALLES.“
Ich habe eine Zusage für die Buchmesse in Berlin bekommen. Dann kam die Seitenzauber-Messe dazu. Als Nächstes: Einladung zu einem Autorensalon in Berlin.
Ich saß wirklich da und habe gedacht:Wer hat euch meine Nummer gegeben?!
Und als wäre das bisher nicht genug, kam jetzt auch noch die Möglichkeit für ein Zeitungsinterview.
Ich. Mit Zeitung. Ich hab früher die Zeitung gelesen. Jetzt soll ich DA drinstehen.
Ganz ehrlich? Mein inneres Ich sitzt irgendwo in der Ecke, trinkt Kaffee und sagt: „Wir tun einfach so, als hätten wir einen Plan.“
Spoiler: Haben wir nicht.
Mein Alltag sieht nämlich eher so aus: Ich schreibe ein Kapitel → „Mamaaaa!“ Ich öffne Papyrus → „Schatz, kannst du mal…“ Ich wünsche aufzunehmen → irgendwer braucht irgendwas.
Und ich mittendrin so: „Ich wollte doch nur kurz Autorin sein …“
Aber genau DAS ist es.
Ich bin keine Autorin, die morgens geschniegelt am Schreibtisch sitzt und strukturiert ihren 8-Stunden-Plan durchzieht.
Ich bin die, die zwischen Wäsche, Kindern, Chaos und Kaffee denkt: „Okay … jetzt schnell … bevor wieder jemand was will …“
Und genau da entstehen meine Geschichten.
Zwischen „Mama, guck mal“ und „Ich brauch kurz fünf Minuten Ruhe“. Zwischen Zweifel und diesem komischen Gefühl von „…das könnte wirklich was werden.“
Was mich am meisten überrascht?
Nicht die Messen. Nicht die Einladungen. Nicht mal die Verkäufe.
Sondern dass Menschen anfangen, stehen zu bleiben. Zu lesen. Zu hören. Zu sagen: „Hey … ich fühl das.“
Und ich sitze da und denk mir: Ich hab doch einfach nur angefangen …
Ohne Plan. Ohne Strategie. Ohne Ahnung, wie „man das richtig macht“.
Ich habe einfach gemacht.
Und vielleicht ist genau das der Punkt.
Vielleicht geht es gar nicht darum, alles im Griff zu haben. Vielleicht geht es darum, loszugehen, auch wenn du keine Ahnung hast, wohin.
Weil manchmal… führt dich genau dieses Chaos plötzlich auf eine Buchmesse.
Oder in einen Autorensalon.
Oder in eine Zeitung.
Oder einfach einen Schritt näher zu dem Leben, von dem du dachtest, es wäre „zu groß“ für dich.
Und falls du dich gerade fragst, ob du bereit bist für deinen nächsten Schritt:
Ich bin es auch nicht.
Ich mach’s trotzdem.



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