Zwischen neuen Ideen und Algorithmen
- Angela Ostermann

- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Eigentlich hatte ich andere Pläne.
Wirklich.
Die laufenden Bücher weiter schreiben. Den Podcast voranbringen. Musik veröffentlichen. Mich um Social Media kümmern und vielleicht zwischendurch sogar herausfinden, wo meine ganze Freizeit verschwunden ist.
Dann tauchte eine Diebin in meinem Kopf auf.
Kurz darauf ein Hund.
Und ehe ich mich versah, hatten plötzlich auch Götter ein Problem.
So entstehen bei mir neue Geschichten. Sie klopfen nicht höflich an und fragen, ob gerade Zeit ist. Sie setzen sich einfach mitten in meinen Kopf und weigern sich zu gehen, bis ich anfange zu schreiben.
Genau deshalb arbeite ich aktuell an einem neuen Projekt. Eine Geschichte über eine junge Diebin, einen Hund, der mehr weiß, als er zugeben möchte, und Götter, die feststellen müssen, dass Unsterblichkeit nicht automatisch bedeutet, dass das Leben einfacher wird.
Während die Geschichte wächst, kämpfe ich allerdings noch an einer ganz anderen Front: dem Algorithmus.
Ich weiß nicht, was bei TikTok aktuell los ist. Vielleicht hat die Plattform beschlossen, meine Videos nur noch einem sehr exklusiven Kreis von Menschen zu zeigen. Vielleicht steckt ein geheimer Plan dahinter. Vielleicht hat der Algorithmus einfach schlechte Laune.
Wer Inhalte erstellt, kennt das vermutlich. Man steckt Zeit, Ideen und Herzblut in Videos, Beiträge oder Projekte und plötzlich scheinen deutlich weniger Menschen sie zu sehen. Natürlich weiß ich, dass solche Phasen dazugehören, trotzdem ist es manchmal frustrierend.
Vor allem dann, wenn man anfängt, an sich selbst zu zweifeln.
War das Video schlecht?
War die Uhrzeit falsch?
Mag TikTok plötzlich keine Bücher mehr?
Oder liegt es einfach daran, dass Algorithmen manchmal Dinge tun, die niemand versteht?
Die gute Nachricht ist: Die Geschichten interessiert das alles nicht.
Sie sind trotzdem da.
Sie warten geduldig.
Und sie erinnern mich daran, warum ich überhaupt angefangen habe.
Nicht wegen Zahlen.
Nicht wegen Reichweite.
Sondern wegen der Freude am Erzählen.
Deshalb schreibe ich weiter.
Deshalb nehme ich Podcasts auf.
Deshalb veröffentliche ich Musik.
Und deshalb bekommen jetzt sogar Götter ihre eigenen Probleme.
Wobei ich ehrlich sagen muss: Im Moment glaube ich, dass mein TikTok-Algorithmus die größeren hat.



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